Ein Troccas-Satz besteht aus 78 Karten:
21 Troccas-Karten (Trumfkarten I – XXI), vier Farben zu je 14 Karten und der Narr, einer Sonderkarte.
Die Farben sind:
Jede Farbe besteht aus zehn Zahlenkarten, die von 1 bis 10 in römischen Zahlen nummeriert sind. Diese Karten werden auch lecras (Leeren) genannt. Zusätzlich besitzt jede Farbe vier Figurenkarten: den König, die Dame, den Reiter und den Buben.
Troccas wird zu viert gespielt. Zwei Spieler bilden eine Partei.
Wer mit wem spielt, kann jedoch auch durch ein Zufallsprinzip entschieden werden. Meistens mischt man dazu die Karten und legt sie verdeckt als Stapel auf den Tisch.
Dann zieht jede Person der Reihe nach eine Karte nach der anderen, bis sie eine Trocca-Karte (eine der 21 Trumpfkarten) erhält. Meistens mischt man dazu die Karten und legt sie verdeckt als Stapel auf den Tisch. Dann zieht jede Person der Reihe nach eine Karte nach der anderen, bis sie eine Trocca-Karte (eine der 21 Trumpfkarten) erhält.
Wenn alle Spieler ihre Trocca-Karte gezogen haben, schaut man, wer die höchste Trocca hat.
Die zwei Spieler mit den höchsten Troccas bilden ein Team.
Die zwei Spieler mit den niedrigeren Troccas bilden das andere Team.
Der Spieler mit der niedrigsten Trocca darf als Erster die Karten austeilen.
Nachdem die Gruppen festgelegt sind, beginnt der Spieler mit der niedrigsten Trocca, die Karten auszuteilen.
So funktioniert das Austeilen:
Man teilt gegen den Uhrzeigersinn aus, also immer zum Spieler rechts von einem beginnend.
Erste Runde: Jeder Spieler erhält sechs Karten – allerdings immer drei Karten auf einmal, also zweimal drei Karten.
Zweite Runde: Jeder bekommt nochmals sechs Karten.
Dritte Runde: Wieder erhält jeder sechs Karten, und zusätzlich wird eine siebte Karte offen auf den Tisch gelegt, sodass alle sie sehen können.
Der Austeiler bekommt in der dritten Runde jedoch neun Karten. (Keine wird offen hingelegt, da sie bereits am Anfang schon sichtbar war).
Mit den zwei zusätzlichen Karten, die er dadurch hat, muss er einen sogenannten «Scart» bilden.
Der Austeiler darf zwei Karten frei auswählen, die er beiseitelegt. Diese legt der verdeckt auf den Tisch – das ist der sogenannte Scart.
Während der gesamten Runde darf niemand den Scart ansehen. Er wird erst nachdem die Runde fertig ist aufgedeckt. Die Punkte, die mit diesen zwei Karten gehören, automatisch dem Austeiler und seinem Partner.
Man darf jedoch nicht alle Karten im Scart legen. Folgende Karten sind verboten, im Scart zu legen:
Beim Auswählen der zwei Karten gibt es verschiedene Strategien und Methoden. Am klügsten ist es, Karten aus der Farbe zu legen, von der man am wenigsten hat. Das Ziel ist dabei, eine Farbe möglichst schnell «leer» zu bekommen, damit man später bei dieser Farbe Troccas setzen kann und so Punkte (Figuren) der Gegner abfangen kann.
Eine Partie Troccas besteht aus vier Runden, sodass jeder Spieler einmal austeilt.
Das Spiel verläuft stichweise: Der Spieler links vom Austeiler beginnt. Die gespielte Farbe muss bedient werden – wer sie nicht hat, darf eine Trocca (Trumpfkarte) spielen.
Ziel des Spiels ist es, mehr als 36 Punkte zu erreichen, also die Hälfte der insgesamt 72 Punkte.
Nach allen vier Runden wird das Total der erzielten Punkte verglichen – die Partei mit der höheren Gesamtzahl gewinnt.
Diese Kombination aus Strategie, Glück und Kommunikation macht Troccas zu einem der interessantesten und zugleich anspruchsvollsten Kartenspiele der Region.
Bei Troccas unterscheidet sich die Punktewertung von anderen Kartenspielen wie beispielsweise dem Jass.
Gezählt wird nicht jede Karte einzeln, sondern jeder Stich – Also ein Durchgang mit den vier gespielten Karten.
Wie viele Punkte ein Stich zählt, hängt davon ab, wie viele wertvolle Karten (Punktekarten) sich darin befinden.
Das Sprechen (il tschintschar oder cantar) ist ein typisches Merkmal des Troccas-Spiels in Graubünden. Nachdem jede Spielerin oder jeder Spieler sechs Karten erhalten hat, beginnen die ersten beiden Personen damit, durch kurze Aussagen oder Ausdrücke mitzuteilen, welche Karten sie besitzen (cantar). Diese speziellen Formulierungen verraten indirekt, was jemand auf der Hand hat, ohne es offen zu sagen.
Wenn eine Spielerin oder ein Spieler überzeugend „singt“ (conta) oder die dritte Person selbst gute Karten hält, kann diese entscheiden, dass das Austeilen fortgesetzt wird. Hat sie jedoch keine guten Karten oder möchte abgeben, sagt sie „schar liber“ und überlässt damit dem scartist bzw. der scartista die Entscheidung.
Diese Person darf dann wählen, ob nochmals sechs Karten ausgeteilt oder die Karten neu gemischt und erneut verteilt werden sollen. Dieses Vorgehen wiederholt sich nach zwölf und neunzehn Karten.
Wenn ein Spieler oder eine Spielerin besonders starke Karten hat, kann er oder sie verlangen, dass weiter ausgeteilt wird, oder sogar ein Scart gefordert wird.
Karten und Punkte Beispiele einiger Spielzüge Karten zusammenzählen